„Humor ist mein bester Freund und gemeinsam können wir weiteren Freunden wie der Angst, dem Mut, der Gemeinsamkeit, der Unterschiedlichkeit, der Traurigkeit, den blinden Flecken konstruktiv begegnen".

Wenn ich authentisch bin, dann ist er auch da, sozusagen –er gehört zu mir! Wenn ich meinen Humor betrachte, dann hat er weniger mit „Witze erzählen“ zu tun oder komisch sein. Humor ist für mich „sich nicht so wichtig zu nehmen und sich wichtig zu nehmen“; über mögliche Fehler lachen zu können und nach vorne zu schauen“.  Humor bedeutet für mich die Fähigkeit mich selber ernst zu nehmen, aber auch in Frage stellen zu können. Ich möchte mich als Mensch bezeichnen, der einen kreativen Humor besitzt.

Meinen Humor bringe ich mit zur Beratung -ich arbeite spontan mit Humor –jedoch möchte ich Humor bei mir nicht als Methode bezeichnen, sondern als innere Haltung, als Lebenseinstellung. Denn ich kann nicht auf Kommando humorvoll sein; wohingegen ich eine NLP-Übung jederzeit abrufen kann. Ich konstruiere mir, dass Humor (ansonsten könnte ich zu Hause bleiben) brauchbar für die Supervisanden ist, da es folgende Möglichkeiten eröffnet: Beim Kontraktgespräch schafft er häufig schnell Offenheit, eine entspannte Atmosphäre und Gleichwertigkeit.

 Meine Art Humor ist geprägt durch Wortspiele, paradoxe Interventionen, Irritationen, Übertreibungen, Untertreibungen, Anwendung von Metaphern. Meine Körpersprache unterstreicht meinen sprachlichen Humor.

Eingebrachte humorvolle Sichtweisen von meiner Seite haben zur Folge, dass der Kunde sich von seiner Problemfokussierung löst und seine Problemsicht relativiert. Andere Wirklichkeitskonstruktionen können möglicherweise wahrgenommen werden, Denkstrukturen aufgebrochen, neue Sichtweisen angenommen werden und neue Handlungsstrategien entworfen werden. Humor wirkt auch beziehungsfördernd und meine Hypothese ist „wer gemeinsam humorvoll miteinander umgeht, kann auch gemeinsam miteinander weinen“.  Weiterhin wird häufig humorvoll geäußerte Kritik leichter angenommen.

 Eine humorvolle kritische Sichtweise eröffnet einen Perspektivenwechsel –„Wirklichkeit“ wird auf eine andere Art beschrieben.

Indem ich humorvoll mit mir und den Kunden/innen umgehe; über eigene „Fehler“, Geschehnisse lachen kann –auch im Beratungssprozess, entwickelt sich ein Raum in dem die Kunden/innen sich trauen über ihre Probleme und Sichtweisen zu reden, wenn ihre Wirklichkeitskonstruktion über mich beinhaltet, dass ich viele Ressourcen besitze –nicht nur humorvoll bin.

Ich bemerke häufiger, dass meine humorvolle Lebenseinstellung und Arbeitshaltung die Kunden/innen mutiger machen in der Hinsicht, sich zu zeigen –über ihre Landkarten zu reden, sich zu öffnen.

Mein Humor beinhaltet  ein Menschenbild, dass geprägt ist von Wertschätzung und ich  habe die Hoffnung, dass durch ein humorvolles Miteinander das Zeigen von Ressourcen und das Besprechen von blinden Flecken möglich ist. Ein Kunde , der sich selbst als defizitär beschreibt, trifft durch meine Übertreibung der Situation, Unterscheidungen. Er findet seine Ressourcen und ändert seine vorherige Wirklichkeitsstruktur –zumindest für den Moment.

Natürlich beinhaltet Humor auch die Gefahr andere Menschen zu verletzten - sie fühlen sich nicht ernst genommen, ihre Problematik bagatellisiert, sich vorgeführt oder ähnliches. Ich benutze in meinen Beratungen sehr viel das Konstrukt „Identifikation und Introspektion“ und rede mir ein, dass ich dadurch mitbekomme, wenn ich mal über das Ziel hinausschieße.

Und wenn ich bemerke, dass sich jemand „beleidigt“ oder gekränkt fühlt, dann thematisiere ich das auch; es entwickeln sich dadurch wiederum Sichtweisen und nach meinem Gefühl habe ich noch nie Menschen durch meinen Humor verletzt oder seine Wirklichkeitskonstruktionen abgewertet.

Humor ist weiterhin eine brauchbare Möglichkeit für mich in meine Ressourcen zu kommen. In schwierigen Situationen während der Supervision verschafft er mir Distanz –lockert mich auf und ermöglicht mir neue brauchbare Handlungs- –oder Interventionsmöglichkeiten zu entwickeln.